SATZUNG

Zuchtordnung

§1 Zweck
      Die Zuchtordnung regelt den Einsatz geeigneter Hunde für die Zucht,
      garantiert den Schutz der Zuchthunde vor Ausnutzung, regelt ein
      artgerechtes Aufwachsen der Welpen und die Kontrolle der Züchter.
      Das Zuchtziel ist durch den Standard des Alpenhütehundes festgelegt.
      
      §2 Zuchtbuch
      In das Zuchtbuch des Clubs werden alle Alpenhütehunde unter
      folgenden Voraussetzungen eingetragen :
      a)  Alle durch Einhaltung dieser Zuchtordnung gezogenen Würfe.
      b)  Alle Alpenhütehunde ohne Abstammungsnachweis, die erfolgreich
      die Zuchtzulassungsprüfung bestanden haben. Sie haben damit den
      Nachweis erbracht, phänotypisch und vom Verhalten her echte
      Alpenhütehunde zu sein. Sie bekommen einen Registerschein, erhalten
      jedoch erst einmal nur die Zuchtzulassung für einen Wurf mit einem
      von der Zuchtleitung vorgeschlagenen Rüden. Alle daraus fallenden
      Welpen müssen entweder bei einem Nachwuchstag oder einer
      Zuchtzulassungsprüfung beurteilt werden. Ausnahmen erteilt auf
      Antrag unter besonderen Bedingungen die Zuchtleitung.
      Nach der Sichtung des Nachwuchses entscheidet sich der weitere
      Zuchteinsatz oder eine Zuchtsperre.
      Alpenhütehunde dieser Kategorie B erhalten vor ihrer Zuchtbuchnummer
      den Buchstaben B.
      Nachkommen dieser Hunde erhalten ein R vor ihrer Zuchtbuchnummer,
      bis vollständig beidseitig drei Generationen nachgewiesen werden
      können.
      c) Alle Alpenhütehunde, die schon in das Zuchtbuch eines anderen
      Vereines eingetragen wurden. Es ist im Zuchtbuch einzutragen, unter
      welcher Nummer bei welchem Verein dieses Tier schon registriert
      wurden.
      
      §3 Zuchtzulassung
      Ohne Zuchtzulassung darf kein Alpenhütehund in der Zucht verwendet
      werden.
      
      In jedem Jahr findet mindestens einmal eine Zuchtzulassungsprüfung
      statt.
      Die Termine hierfür werden mindestens acht Wochen vorher bekannt
      gegeben.
      Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Mindestalter von 18 Monaten.
      
      Bei der Zuchtzulassungsprüfung wird der Alpenhütehund zuerst nach
      dem Phänotyp laut Standard von drei Mitgliedern der Zuchtleitung 
      bewertet.
      Danach erfolgt eine Überprüfung des Verhaltens und des Gehorsams.
      Der Hund soll sich hierbei Standard-typisch verhalten.
      Die Ergebnisse werden in einem Beurteilungsbogen möglichst
      ausführlich eingetragen und das Endergebnis mit „bestanden“ oder
      „nicht bestanden“ vermerkt. Ebenso können Einschränkungen, die die
      Zucht betreffen, verbindlich vermerkt werden. Beim Ergebnis „nicht
      bestanden“ kann der Hund die Prüfung auf Anraten der Zuchtleitung
      bei einem der folgenden Termine wiederholen.
      Ein Durchschlag des Beurteilungsbogens geht an das Zuchtbuchamt, das
      Original behält der Besitzer.
      
      - Weiterhin notwendig für die endgültige Erteilung der
      Zuchtzulassung sind :
      
      - eine HD-Röntgenuntersuchung einer anerkannten HD-Röntgenstelle.  
       Mindestalter hierfür sind 18 Monate.
      Das Ergebnis muss HD-A , HD-B oder HD-C sein. HD-C-Hunde dürfen nur
      mit einem HD-A Partner verpaart werden.
      
      - eine Untersuchung per Hand auf Patella-Luxation. Das Ergebnis muss
      PL-frei oder PL-Verdacht ( Grad 1 ) sein.
      
      - eine Untersuchung der Augen auf folgende erbliche
      Augenerkrankungen : Progressive Retina-Atropie, Catarakt ( nicht
      kongenital ), Collie-Eye-anomalie, Membrana pupillaris persistens,
      PHTVL/PHPV, Retinadysplasie, Mikropapille, Entropium, Ektropium,
      makroblepharon, Distichiasis, Linsenluxation und Retinadystrophie.
      Diese Untersuchung muss durch einen anerkannten Tierarzt des
      „Dortmunder Kreises“ (DOK) erfolgen.
      Für alle drei Untersuchungen sind die aktuellen VDH -
      Untersuchungsböigen zu verwenden.

       Bei blonden Alpenhütehunden muß vor dem Zuchteinsatz mit einem

       Merle-farbenen Partner zwingend ein DNA-Test auf das Vorhandensein des Merle-Faktors

       durchgeführt werden. Merle mit Merle-Verpaarungen sind verboten.

       - alle Zuchthunde müßen auf den mdr1-defekt gengetestet sein.
      
      Die Ergebnisse werden im Zuchtbuch vermerkt.
      
      - der Alpenhütehund muss für den ersten Zuchteinsatz 18 Monate
      (Rüden) bzw. 24 Monate (Hündinnen) alt sein. (Zeitpunkt des
      Deckaktes).
      Nach vollendetem achten Lebensjahr sind Hündinnen nicht mehr zur
      Zucht zugelassen, Rüden sind zuchttauglich auf Lebenszeit.
      Eine Hündin darf maximal drei Würfe in ihrem Leben aufziehen. Auch
      für einen Rüden kann die Zuchtleitung ein Zeugungslimit zu Gunsten
      anderer Rüden aussprechen. Bei der Hündin muss der Abstand zwischen
      zwei Würfen mindestens zwölf Monate betragen ( Stichtag ist der
      Wurftag ). Ausnahmen können beim Vorliegen von stichhaltigen Gründen
      von der Zuchtleitung genehmigt werden ( z.B. Verwerfen, Totgeburt ).
      In jedem Fall muss jedoch eine Läufigkeit übersprungen werden.
      
      - der Alpenhütehund muss die Zuchtzulassungsprüfung mit „bestanden“
      absolviert haben.
      
      Die Zuchtzulassung wird in die Ahnentafel bzw. den Registerschein
      eingetragen.
      
      §4 Der Züchter
      Wer Alpenhütehunde züchten möchte, muss Mitglied im Alpenhütehunde
      Club Deutschland sein.
      Der Züchter führt für seine Zucht einen Zwingernamen, dieser ist
      praktisch der Nachname der von ihm gezüchteten Hunde.
      Der Zwingername wird von ihm vor dem ersten Zuchtvorhaben bei der
      Hauptgeschäftsstelle beantragt. Falls der Zwingername schon vergeben
      ist, muss er einen anderen wählen. Die Zuchtstätte wird daraufhin
      von einem Zuchtwart oder einem Vorstandsmitglied besucht und
      kontrolliert. Sind die Bedingungen für die artgerechte Aufzucht der
      Welpen nicht gegeben, kann der Zwingername verweigert werden bzw.
      zurückgenommen werden.
      Der Zwingername ist nicht übertragbar. Im Todesfall können
      Verwandte, sowie Ehegatten des Verstorbenen die Fortsetzung des
      Zwingernamens bei der Hauptgeschäftsstelle beantragen. Der
      Zwingername wird gestrichen beim Tode des Besitzers ohne Erbfolge,
      bei verhängter Zuchtsperre der Zucht auf Lebenszeit und bei Verzicht
      des Besitzers.
       Jeder Züchter im Alpenhütehunde Club Deutschland darf höchstens
      drei Hündinnen im zuchtfähigen Alter besitzen, d.h. keine
      gewerbsmäßige Hundezucht ! ( Dieses liegt in der Regel dann vor,
      wenn mehr als drei Zuchthündinnen gehalten werden und bedarf laut §
      11 des Tierschutzgesetzes der Genehmigung durch das Veterinäramt ).
      Dazu gehört übrigens auch der Besitz von Zuchthündinnen anderer
      Rassen.
      Gleichzeitig, d.h. auch überschneidend dürfen höchstens zwei Würfe
      großgezogen werden, damit eine optimale Aufzucht gewährleistet wird.
      
      §5Deckakt
      Jedes geplante Zuchtvorhaben ist dem Hauptzuchtwart zu melden.
       Der Deckakt wird auf dem Deckschein von den Besitzern der Hündin
      und des Rüden mit Datum bestätigt. Der Rüdenbesitzer händigt dem
      Besitzer der Hündin eine Kopie der Ahnentafel bzw. des
      Registerscheines aus. Beides hebt der Züchter für die Wurfabnahme
      auf.
      Der Deckakt muss innerhalb von acht Tagen dem Hauptzuchtwart
      telefonisch gemeldet werden.
      
      §6 Der Wurf
      Der gefallene Wurf ist innerhalb von 48 Stunden nach Beendigung der
      Geburt dem Hauptzuchtwart zu melden.
      
      Die erste Wurfbesichtigung erfolgt durch einen vom ACD beauftragten
      Zuchtwart innerhalb der ersten Lebenswoche.
       Die Wurfabnahme erfolgt dann in der siebten oder achten Lebenswoche
      durch einen vom ACD beauftragten Zuchtwart.
      Zu diesem Zeitpunkt müssen die Rufnamen der Welpen feststehen.
      Alle Welpen erhalten Rufnamen, die mit dem gleichen
      Anfangsbuchstaben beginnen.
      Alle in einem Jahrgang geborenen Alpenhütehunde aller Zuchtstätten
      erhalten Namen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben, d.h. für 2003 mit
      „G“, 2004 mit „H“ usw.
       Die Welpen sind entweder zum Zeitpunkt der Wurfabnahme schon
      gechippt oder werden dies bei der Wurfabnahme durch den Zuchtwart .
       Dem Zuchtwart ist der Deckschein, die Ahnentafelkopie des Rüden,
      die Ahnentafel der Hündin, sowie eine Kopie davon und eine Kopie der
      Zwingerschutzurkunde vorzulegen. Der Wurfschein wird zusammen mit
      dem Züchter ausgefüllt .
       Diese Unterlagen werden vom Zuchtwart an den Zuchtbuchführer
      weitergeleitet.
      
      §7 Ahnentafel
      Die Ahnentafel gilt als Nachweis, dass der Hund nach der
      Zuchtordnung des ACD gezüchtet wurde, d.h. er ist eine
      Qualitätsgarantie und gewährleistet die tierschutzgerechte Zucht.
       Die Ahnentafel gilt als Urkunde im juristischen Sinne. Wer
      Ahnentafeln fälscht, abändert oder missbraucht, wird strafrechtlich
      verfolgt !
       Nur das Zuchtbuchamt des ACD darf Ahnentafeln ausstellen. Diese
      haben nur Gültigkeit, wenn sie mit dem Stempel des Zuchtbuchamtes
      und mit der Unterschrift des Hauptzuchtwarts und des Züchters
      versehen sind. Ahnentafeln mit dem Aufdruck „Registerschein“
      bekommen Hunde der Kategorie „B“ (siehe Punkt 2), sie haben
      rechtlich den Status von Ahnentafeln.
       Liegen dem Zuchtbuchamt die Unterlagen des angemeldeten Wurfes vor,
      so wird dieser in das Zuchtbuch eingetragen und für die Welpen
      Ahnentafeln ausgefertigt.
       Diese werden dann dem Züchter per Rechnung über Wurfabnahme, ev
      Chippen und Erstellung der Ahnentafeln zugesandt.
       Der Züchter ist verpflichtet dem Welpenkäufer die Ahnentafel
      auszuhändigen. Jeder Eigentumswechsel ist in der Ahnentafel zu
      vermerken und dem Zuchtbuchamt mitzuteilen.
       Der Züchter muss dem Zuchtbuchamt die Namen der Welpenkäufer
      mitteilen.
      
      §8 Nachwuchstag
      Jeder Junghund kann gegen eine geringe Gebühr auf dem Nachwuchstag
      (meistens am gleichen Tag wie die Zuchtzulassungsprüfung) drei
      Vertretern der Zuchtleitung vorgestellt und nach Aussehen und Wesen
      beurteilt werden. Dem Verein gibt dieses einen guten Überblick über
      den Stand der Zucht. Die Besitzer des Junghundes treffen hier
      Gleichgesinnte und erhalten wertvolle Tipps.
      
      §9 Strafordnung
      Bei Verstößen gegen die Zuchtordnung kann die Zuchtleitung Strafen
      aussprechen.
      Sie ist berechtigt, Geldbußen zu verhängen ( siehe auch
      Gebührenordnung des ACD).
      Der Züchter ist verpflichtet, die Wurfabnahme, die Ahnentafeln und
      ev. Weitere Dienstleistungen zu bezahlen.
      
      §10 Sonstiges
      Änderungen dieser Zuchtordnung kann nur die Mitgliederversammlung
      beschließen.

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